Was kostet eine Fassadendämmung?
Eine Pauschale für alle Häuser gibt es nicht: Der Preis ergibt sich aus der Fassadenfläche, dem gewählten System und dem Aufwand am Gebäude. Abgerechnet wird meist je Quadratmeter Fassadenfläche ohne Fenster und Türen. Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) umfasst der Preis den Dämmstoff, Kleber und Dübel, die Armierung und den Oberputz mit Anstrich. Das Gerüst wird häufig gesondert ausgewiesen.
Preisportale und Fachbetriebe nennen für dieselbe Leistung teils weit auseinanderliegende Spannen. Gründe sind Region, Auslastung der Betriebe, Zustand des Hauses und die Frage, ob Gerüst und Nebenarbeiten enthalten sind. Dieser Ratgeber erklärt deshalb, was die Kosten bestimmt. Konkrete Zahlen für Ihr Haus liefert der Fassaden-Rechner.
Grundsätzlich lassen sich drei Wege unterscheiden:
- Neuanstrich: Reinigen, grundieren und streichen. Die günstigste Lösung, sinnvoll nur bei tragfähigem Putz. Der Wärmeschutz bleibt unverändert.
- Putzsanierung: Alten Putz entfernen oder ausbessern, neu verputzen und streichen. Wird der Außenputz auf mehr als 10 % der Außenwandfläche erneuert, verlangt § 36 GModG (vormals § 48 GEG) in der Regel, dass die Wand danach die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz erfüllt – ohne Dämmung ist das bei älteren Wänden kaum möglich. Ausnahmen prüft der Fachbetrieb.
- Dämmung mit WDVS: Der aufwendigste Weg, der als einziger dieser drei Wege den Wärmeschutz der Außenwand verbessert.
Welche Faktoren bestimmen die Kosten?
Am stärksten wirken Fassadenfläche, Dämmstoff und Dämmstärke. Der Fassaden-Rechner fragt genau diese Punkte ab, dazu das Gerüst, die Fensterlaibungen und den Sockel:
- Fassadenfläche: Sie ergibt sich aus Grundfläche und Geschosszahl oder aus einem Aufmaß, jeweils ohne Fenster und Türen.
- Dämmstoff: Er bestimmt den Materialpreis maßgeblich, siehe Tabelle unten.
- Dämmstärke: Mehr Dämmstärke verteuert Material und Befestigung, spart aber Heizenergie. Welche Stärke sinnvoll ist, hängt vom Mauerwerk und von den Zielen ab.
- Gerüst: Bei Arbeiten an der Fassade fast immer nötig. Der Rechner rechnet es stets ein. Mit der Gebäudehöhe und der Standzeit steigen die Gerüstkosten.
- Fensterlaibungen: Je mehr Fenster und Außentüren, desto mehr Detailarbeit an den Laibungen.
- Sockel: Eine Sockeldämmung (Perimeterdämmung) mit Sockelputz ist aufwendiger als ein reiner Sockelputz als Spritzwasserschutz.
| Dämmstoff | Eigenschaften | Preisniveau |
|---|---|---|
| EPS (Polystyrol) | Verbreitet, leicht zu verarbeiten | Meist am günstigsten |
| Mineralwolle | Nicht brennbar, diffusionsoffen | Mittleres Niveau |
| Holzfaser | Nachwachsend, guter sommerlicher Hitzeschutz | Meist am höchsten |
Weitere Faktoren fragt der Rechner nicht ab; sie werden beim Vor-Ort-Termin geklärt. Dazu zählen Erker und Vorsprünge, Risse und Hohlstellen im Putz, die Höhe des Hauses, besondere Anforderungen an den Brandschutz sowie Anschlüsse am Dachüberstand.
Beispielrechnungen aus dem Online-Rechner
Die folgenden Fälle sind mit dem [Fassaden-Rechner](/rechner/fassade/) durchgerechnet; die Eingaben stehen jeweils dabei. Es sind unverbindliche Schätzungen vor Förderung, keine Angebote. In der Praxis verschieben vor allem der Putzzustand, die Gebäudehöhe, ein aufwendiger Sockel und der gewählte Dämmstoff die Spanne.
Berechnete Beispiele mit dem Fassaden-Rechner
- Wärmedämmverbundsystem mit EPS32.000 € bis 48.400 €
Haus mit 100 m² Grundfläche und zwei Vollgeschossen, EPS-Dämmung 16 cm, 12 Fenster und Außentüren, ohne Sockel.
Einzelpositionen anzeigen
Position Spanne Wärmedämmverbundsystem EPS 16 cm inkl. Armierung, Oberputz und Anstrich (187 m²) 29.170 € bis 42.640 € Fassadengerüst inkl. Auf- und Abbau und Standzeit (187 m²) 1.800 € bis 4.040 € Fenster- und Türlaibungen putzen, 12 Öffnungen à ca. 5 lfm (60 lfm) 1.010 € bis 1.730 € - Wärmedämmverbundsystem mit Holzfaser und Sockel43.000 € bis 65.700 €
Haus mit 100 m² Grundfläche und zwei Vollgeschossen, Holzfaserdämmung 18 cm, 12 Fenster und Außentüren, 40 laufende Meter Sockeldämmung.
Einzelpositionen anzeigen
Position Spanne Wärmedämmverbundsystem Holzfaser 18 cm inkl. Armierung, Oberputz und Anstrich (187 m²) 38.150 € bis 56.100 € Fassadengerüst inkl. Auf- und Abbau und Standzeit (187 m²) 1.800 € bis 4.040 € Fenster- und Türlaibungen putzen, 12 Öffnungen à ca. 5 lfm (60 lfm) 1.010 € bis 1.730 € Sockeldämmung XPS inkl. Sockelputz (20 m²) 2.040 € bis 3.840 € - Fassadenanstrich7.800 € bis 19.000 €
180 m² Fassadenfläche, nur Reinigung und Anstrich, ohne Arbeiten an den Fensterlaibungen.
Einzelpositionen anzeigen
Position Spanne Fassade ausbessern, spachteln, abkleben (180 m²) 650 € bis 2.160 € Fassadenanstrich: Grundierung und zwei Anstriche (180 m²) 5.400 € bis 12.960 € Fassadengerüst inkl. Auf- und Abbau und Standzeit (180 m²) 1.730 € bis 3.890 €
Unverbindliche Schätzung, Stand Oktober 2026, brutto inklusive Mehrwertsteuer, berechnet mit dem Fassaden-Rechner. Die Spannen ersetzen kein Angebot: Zustand, Zugänglichkeit und Materialwahl vor Ort verschieben das Ergebnis.
Wie lassen sich Kosten senken?
Am meisten sparen Sie, wenn Sie die Fassade im Zusammenhang planen und nicht in Einzelschritten. Folgende Punkte haben sich bewährt:
- Gerüst nur einmal stellen: Wer Fenster, Dachanschluss und Fassade getrennt saniert, zahlt mehrfach Auf- und Abbau. Abstimmung mit Fenster und Türen und dem Dach lohnt sich.
- Dämmstoff nach Bedarf wählen: Nicht jedes Haus braucht das teuerste Material. Mauerwerk, Brandschutz und Ziel entscheiden.
- Zustand des Putzes früh klären: Ist der Putz tragfähig, kann er je nach System bleiben. Das erspart Abbruch und Entsorgung.
- Anstrich nicht doppelt bezahlen: Beim WDVS ist der Oberputz mit Anstrich enthalten. Ein zusätzlicher Anstrich ist dann nicht nötig.
- Angebote mit gleichem Leistungsumfang vergleichen: Gerüst, Sockel, Laibungen und Entsorgung müssen überall gleich behandelt sein.
Gibt es Förderung für die Fassadendämmung?
Ja, die Dämmung der Außenwand zählt zur Gebäudehülle und kann gefördert werden; ein bloßer Anstrich oder Neuverputz ohne Dämmung gehört nicht dazu. Es gibt zwei Wege. Beim BAFA-Zuschuss nach der BEG-Richtlinie für Einzelmaßnahmen (vom 17.08.2026, in Kraft mit Wirkung vom 21.07.2026) beträgt der Grundfördersatz 15 % der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit bis zu 30.000 € je Kalenderjahr, mit individuellem Sanierungsfahrplan bis zu 60.000 €. Der iSFP-Bonus (zusätzlich 5 Prozentpunkte) gilt nur für den Kostenanteil oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP und erst ab 30.000 € förderfähiger Investition.
Alternativ können Selbstnutzer den Steuerbonus nach § 35c EStG nutzen: 20 % der Aufwendungen, verteilt über 3 Jahre, höchstens 40.000 € je Objekt. Voraussetzung sind ein Gebäude, das älter als 10 Jahre ist, und eine Bescheinigung des Fachbetriebs. Für dieselbe Maßnahme lassen sich Zuschuss und Steuerbonus nicht kombinieren. Die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz der Wand nennt die jeweilige Förderbedingung; sie sollten vor der Planung geprüft werden.
Wie läuft eine Fassadensanierung ab?
Am Anfang stehen Bestandsaufnahme und Schätzung, am Ende die Abnahme. Üblich ist diese Reihenfolge:
- Mit dem Fassaden-Rechner eine erste Kostenspanne ermitteln.
- Vor-Ort-Termin: Untergrund, Putzzustand, Sockel, Anschlüsse und Brandschutz prüfen lassen.
- Bei Förderung: Energieeffizienz-Experten einbinden und den Antrag vor dem Auftrag stellen.
- Gerüst stellen, Untergrund vorbereiten, Dämmung und Armierung aufbringen, Oberputz auftragen.
- Abnahme und Dokumentation; bei Förderung die Unterlagen für den Verwendungsnachweis sichern.
Das Handwerker-Meister-Netzwerk ist Projektmanagement-Instanz und führt die Arbeiten nicht selbst aus. Es arbeitet mit Meisterbetrieben: ein Ansprechpartner, ein Vertrag, Gewährleistung aus einer Hand. Mehr zum Gewerk auf der Seite Fassade und Dämmung.
Welche Fehler verteuern die Fassadensanierung?
Die teuersten Fehler entstehen durch unvollständige Planung, nicht durch das Material.
- Auftrag vor dem Förderantrag unterschreiben – die Förderung entfällt.
- Feuchte oder Risse im Untergrund übergehen. Das System hält nur auf tragfähigem Grund.
- Gerüst, Sockel und Fensterlaibungen im Vergleich der Angebote vergessen.
- Dämmung ohne Abstimmung mit Fenstern und Dach planen; Anschlüsse werden dann zu Wärmebrücken.
- Brandschutz erst am Ende klären. Je nach Gebäudehöhe und Dämmstoff können zusätzliche Maßnahmen nötig sein.
- Nur nach dem günstigsten Quadratmeterpreis entscheiden, ohne den Leistungsumfang zu vergleichen.
Was kostet Ihr Vorhaben?
Der Fassaden-Rechner schätzt die Kosten anhand weniger Angaben, mit den Einzelpositionen. Kostenlos und unverbindlich; den Festpreis nennt ein Meisterbetrieb nach dem Vor-Ort-Check.
Häufige Fragen
Was kostet die Fassadendämmung pro Quadratmeter?
Der Preis hängt von Dämmstoff, Dämmstärke und Aufwand ab und schwankt auch zwischen Quellen stark. EPS ist meist das günstigste System, Holzfaser liegt am oberen Ende. Gerüst, Sockel und Laibungen kommen oft hinzu. Eine Spanne für Ihre Fassade berechnet der Fassaden-Rechner, den Festpreis nennt das Angebot.
Wie lange dauert eine Fassadendämmung?
Die Dauer hängt von Fläche, Witterung und Zahl der Arbeitsschritte ab. Bei größeren oder komplexen Fassaden dauert es länger als bei einem einfachen Baukörper. Zwischen den Schichten muss Material trocknen. Einen Zeitplan nennt der Betrieb nach dem Vor-Ort-Termin; planen Sie Puffer für schlechtes Wetter ein.
Welcher Dämmstoff ist der richtige?
EPS ist verbreitet und günstig, Mineralwolle ist nicht brennbar und diffusionsoffen, Holzfaser ist nachwachsend und schützt gut vor sommerlicher Hitze. Welcher Dämmstoff zu Mauerwerk, Brandschutz und Budget passt, klärt der Meisterbetrieb. Eine pauschal richtige Wahl gibt es nicht.
Kann ich bei der Fassadendämmung selbst mitarbeiten?
Vorbereitende Arbeiten wie Räumen der Sockelbereiche oder Entfernen von Pflanzen lassen sich in Absprache übernehmen. Die Dämmung selbst sollte ein Fachbetrieb ausführen, denn Fehler bei Untergrund, Anschlüssen und Putz zeigen sich oft erst Jahre später. Für Förderung und Gewährleistung ist die Fachausführung außerdem meist Voraussetzung.
Brauche ich für die Fassadendämmung eine Genehmigung?
Das hängt vom Bundesland, vom Gebäude und von der Gestaltung ab. Bei Denkmälern, Grenzbebauung oder Eingriffen in das Erscheinungsbild kann eine Genehmigung nötig sein. Fragen Sie vor der Planung bei der zuständigen Bauaufsicht nach. Für die Förderung gelten eigene Fristen und Nachweise.
Lohnt sich ein Neuanstrich statt einer Dämmung?
Ein Neuanstrich ist günstiger, verbessert aber den Wärmeschutz nicht. Er genügt, wenn der Putz intakt ist und es nur um den Schutz und das Aussehen geht. Soll das Haus weniger Heizenergie verbrauchen, führt kein Weg an der Dämmung vorbei. Im Rechner können Sie beide Varianten nacheinander durchrechnen.
Quellen
- Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026 B1)Fassung vom 17.08.2026, in Kraft mit Wirkung vom 21.07.2026; abgerufen am 13.10.2026
- BEG – Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen (Sanieren), Version 11.0 (09/2026)Version 11.0 (09/2026); abgerufen am 13.10.2026
- § 35c EStG – Steuerermäßigung für energetische Maßnahmenabgerufen am 13.10.2026
- § 36 GModG – Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderungabgerufen am 13.10.2026
- Aroundhome: Fassadendämmung Kosten für WDVS, Kern- und AußendämmungStand der Quelle: 05.10.2026; abgerufen am 13.10.2026
- Clean Invoice: Fassadendämmung WDVS GuideStand der Quelle: 16.02.2026; abgerufen am 13.10.2026
- Daibau: Fassade Kosten 2026Stand der Quelle: 29.08.2025; abgerufen am 13.10.2026
- Energieheld: WDVS WärmedämmverbundsystemPreisangaben 2026; abgerufen am 13.10.2026




