Was kostet eine Aufsparrendämmung?
Für die Dämmschicht allein nennt das BKI Mittelwerte zwischen Holzfaser und PIR-Hartschaum; die Gesamtkosten liegen wegen Rückbau und Neueindeckung deutlich höher. Bei der Aufsparrendämmung wird die Dämmung von außen auf die Sparren gelegt. Dafür muss die alte Deckung herunter – eine Aufsparrendämmung ist deshalb immer auch eine Neueindeckung.
- Aufdachdämmung, Holzfaser, bis 120 mm
- ca. 77 €/m²
- Aufdachdämmung, PIR, bis 120 mm, mit Folie
- ca. 115 €/m²
- Dachbelag mit Aufdachdämmung
- ca. 240 €/m²
- Dachbelag mit Unterbau abbrechen
- ca. 60 €/m²
- Dachlattung / Konterlattung
- ca. 17 €/m²
- Dachziegeldeckung, Falzziegel
- ca. 54 €/m²
Quelle: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026). Stand der Daten: 4. Quartal 2025, brutto, statistischer Mittelwert. Werte schwanken regional und saisonal; verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.
Der BKI-Wert „Dachbelag mit Aufdachdämmung“ beschreibt einen kompletten Aufbau und ist deshalb die realistischere Orientierung als der Wert für die Dämmplatten allein. Gerüst, Anschlüsse an Kamin und Gauben sowie Rinnen kommen hinzu.
Wie ist eine Aufsparrendämmung aufgebaut?
Die Dämmung bildet eine durchgehende Schicht über den Sparren. Von innen nach außen sieht ein typischer Aufbau so aus:
- Sparren, innen sichtbar oder verkleidet
- Schalung oder Tragplatte als Auflage
- Luftdichtheitsschicht beziehungsweise Dampfbremse
- Dämmplatten, etwa aus PIR-Hartschaum oder Holzfaser
- Unterdeckung als zweite wasserführende Ebene
- Konterlattung und Lattung
- Eindeckung mit Ziegeln, Dachsteinen oder Schiefer
Weil die Dämmung über den Sparren liegt, entstehen kaum Wärmebrücken. Das Dach wird allerdings höher – das betrifft Anschlüsse an Nachbarhäuser, den Dachüberstand und gegebenenfalls Vorgaben aus dem Bebauungsplan.
Aufsparren-, Zwischensparren- oder Untersparrendämmung?
Die Zwischensparrendämmung ist günstiger und von innen möglich, erreicht die geforderten Werte aber oft nur in Kombination. Die Sparrenhöhe älterer Dächer reicht meist nicht für die nötige Dämmdicke. Häufig werden deshalb zwei Verfahren kombiniert.
| Verfahren | Richtwert Dämmung (BKI) | Neueindeckung nötig? | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Aufsparrendämmung, Holzfaser | ca. 77 €/m² | ja | kaum Wärmebrücken, kein Raumverlust innen |
| Aufsparrendämmung, PIR | ca. 115 €/m² | ja | hohe Dämmwirkung bei geringer Dicke |
| Zwischensparrendämmung, Mineralwolle | ca. 40 €/m² | nein | Dicke durch Sparrenhöhe begrenzt |
| Zwischensparrendämmung, Holzfaser | ca. 46 €/m² | nein | Dicke durch Sparrenhöhe begrenzt |
| Unterdeckung, Holzfaser | ca. 57 €/m² | ja | ergänzt die Zwischensparrendämmung von außen |
| Oberste Geschossdecke, begehbar | ca. 99 €/m² | nein | nur bei unbeheiztem Dachraum |
Wird der Dachraum nicht bewohnt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke oft die einfachste Lösung – und unter Umständen ohnehin Pflicht. Mehr dazu im Ratgeber Dämmpflicht fürs Dach.
PIR oder Holzfaser: Welcher Dämmstoff passt?
PIR-Hartschaum dämmt bei gleicher Dicke stärker, Holzfaser speichert mehr Wärme und schützt dadurch besser vor sommerlicher Überhitzung. Beide Stoffe sind für die Aufsparrendämmung verbreitet; die Wahl hängt vom Ziel ab.
- PIR-Hartschaum: geringe Aufbauhöhe für denselben Dämmwert – hilfreich, wenn der Dachrand nicht stark wachsen darf.
- Holzfaser: dickere Platten, diffusionsoffen, spürbar besserer Hitzeschutz in ausgebauten Dachgeschossen.
- Kombinationen: Holzfaser-Unterdeckplatten über einer Zwischensparrendämmung verbinden beide Ansätze ohne vollständige Aufsparrendämmung.
Welcher Aufbau die geforderten Werte erreicht, berechnet der Energieeffizienz-Experte für Ihr Dach. Diese Berechnung ist bei einer geförderten Maßnahme ohnehin Teil des Antrags.
Welche Vor- und Nachteile hat die Aufsparrendämmung?
Ihr größter Vorteil ist die lückenlose Dämmebene, ihr größter Nachteil der Aufwand. Im Überblick:
- Vorteil: durchgehende Dämmschicht ohne Unterbrechung durch die Sparren
- Vorteil: Wohnraum unter dem Dach bleibt unberührt, Sparren können sichtbar bleiben
- Vorteil: Arbeiten von außen, das Dachgeschoss bleibt bewohnbar
- Nachteil: immer mit Neueindeckung, Gerüst und Rückbau verbunden
- Nachteil: höherer Dachaufbau, Anschlüsse an Traufe, Ortgang und Nachbargebäude müssen angepasst werden
- Nachteil: wetterabhängige Ausführung, das Dach ist zeitweise offen
Welche Dämmwerte müssen erreicht werden?
Gesetzlich gilt beim Ersatz der Dachdeckung ein Höchstwert von 0,24 W/(m²K), für die BEG-Förderung 0,14 W/(m²K). Der gesetzliche Wert folgt aus § 36 GModG mit Anlage 7, der Förderwert aus den technischen Mindestanforderungen der BEG-Richtlinie. Wer fördern lassen will, plant also von vornherein die stärkere Dämmung.
| Anforderung | Höchstwert U | Grundlage |
|---|---|---|
| Gesetzliches Minimum bei Erneuerung | 0,24 W/(m²K) | § 36 GModG, Anlage 7 |
| BEG-Zuschuss | 0,14 W/(m²K) | BEG-EM-Richtlinie, Anlage TMA |
| Steuerbonus § 35c EStG | 0,14 W/(m²K) | ESanMV Anlage 2 |
Wird die Aufsparrendämmung gefördert?
Ja – und mit ihr die nötige Neueindeckung. Das BAFA zahlt 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, bis zu 30.000 € für die erste Wohneinheit und Kalenderjahr. Das BEG-Infoblatt zählt Abbruch, Lattung, Unterspannbahn, Dämmung und Neueindeckung zu den förderfähigen Arbeiten an der Dachfläche.
Gerade die Aufsparrendämmung erreicht schnell Summen, bei denen der iSFP-Bonus greift: Er gilt seit dem 21.07.2026 ab 30.000 € förderfähiger Investition und auf den Anteil oberhalb von 30.000 €. Alternativ steht für Selbstnutzer der Steuerbonus nach § 35c EStG offen. Details: Dachsanierung: Förderung.
Wie gehen Sie vor?
Lassen Sie Dachstuhl, Anschlüsse und Höhenlage prüfen, bevor Sie sich auf ein Verfahren festlegen. Eine erste Kostenschätzung für Ihr Dach mit Förderung liefert der Dachrechner.
Das Handwerker-Meister-Netzwerk koordiniert als neutraler Projektmanager Energieberatung, Dachdecker und Spengler, damit Förderantrag, Ausführung und Nachweise zusammenpassen.
Was kostet Ihr Dach?
Der Dachrechner schätzt die Kosten Ihrer Dachsanierung anhand Ihrer Adresse und weniger Angaben – die Förderung ist berücksichtigt. Kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fragen
Was kostet eine Aufsparrendämmung pro m²?
Für die Dämmschicht nennt das BKI (Stand 4. Quartal 2025, brutto) etwa ca. 77 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025) mit Holzfaser und ca. 115 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025) mit PIR. Für den kompletten Dachbelag mit Aufdachdämmung nennt es ca. 240 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025).
Muss das Dach für eine Aufsparrendämmung neu gedeckt werden?
Ja. Die Dämmung liegt über den Sparren, deshalb wird die alte Deckung abgenommen und anschließend neu eingedeckt.
Ist eine Zwischensparrendämmung ausreichend?
Oft nicht allein, weil die Sparrenhöhe älterer Dächer für die geforderte Dämmdicke nicht reicht. Gesetzlich genügt dann die höchstmögliche Dicke mit höchstens 0,035 W/(mK); für die Förderung muss 0,14 W/(m²K) erreicht werden, meist durch eine Kombination.
Wird die Aufsparrendämmung gefördert?
Ja, mit 15 % BEG-Zuschuss, wenn der Dachaufbau 0,14 W/(m²K) erreicht und der Antrag vor der Auftragsvergabe gestellt wird. Die nötige Neueindeckung zählt zu den förderfähigen Kosten.
Quellen
- BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026)BKI-Daten Stand 4. Quartal 2025, brutto; abgerufen am 13.10.2026
- Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026 B1)Fassung vom 17.08.2026, in Kraft mit Wirkung vom 21.07.2026; abgerufen am 13.10.2026
- BEG – Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen (Sanieren), Version 11.0 (09/2026)Version 11.0 (09/2026); abgerufen am 13.10.2026
- § 36 GModG – Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderungabgerufen am 13.10.2026
- Anlage 7 GModG – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderungabgerufen am 13.10.2026
- ESanMV Anlage 2 – Mindestanforderungen Wärmedämmung von Dachflächenabgerufen am 13.10.2026




